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Tag elf: Kamerun – Japan, 90. Minute

15. Juni 2010

Gerade in Zeiten großer Aufregung tut es not, sich ab und an zurückzuziehen. Luft zu holen. Die Stille zu genießen. Und sich auf die Suche zu machen nach etwas, was einem wieder Hoffnung gibt. Mit anderen Worten: Wir waren heute am Kap der guten Hoffnung. Auf die WM wollten wir aber trotzdem nicht verzichten. Also haben wir das Spiel Kamerun gegen Japan auf SA fm verfolgt und das Aufnahmegerät mitlaufen lassen. Im Laufe der Reportage entwickelte sich der Kommentator immer mehr zum Edi Finger Südafrikas. Wir finden, er hat es deshalb verdient, in einer Hommage verewigt zu werden.

Kamerun – Japan, 90. Minute from Frey&Schaechtele on Vimeo.

Nach etwas einer Woche sind wir jetzt einigermaßen angekommen in diesem Land. Nur noch selten versucht der Mann am Steuer, den Wagen auf die rechte Fahrbahnseite zu steuern, wir haben erfolglos versucht, das Wort “Xhosa” so auszusprechen, das die Zunge beim X schnalzt. Doch unser Eindruck von diesem Land unterscheidet sich mitunter so sehr von dem Bild, das die deutschen Medien von hier aus nach Deutschland senden, dass man meinen könnte, es fänden zwei WMs statt – die eine hier und die andere in einem Disney-Afrika. Gestern zum Beispiel hatten wir das Vergnügen, das Auftaktspiel der Deutschen im Deutschen Club zu sehen, der sich eher als Skatclub eignet denn als Fußballkneipe. So kamen wir in den Genuss der Vorberichterstattung des ZDF. Die Reportage kurz vor Spielbeginn über den Besuch im Open Air-Museum, mit Baströckchen und Eingeborenen-Tänzen, steht für das, was in Südafrika tatsächlich passiert, so sehr wie ein Bericht über das Kaltenberger Ritterturnier für das Bild von Deutschland. Und deshalb empfehlen wir zum Ausgleich sehr die Lektüre des Offenen Briefes, den der südafrikanische Sportmoderator Peter Davies an seine Kollegen aus dem Ausland geschrieben hat. Er endet mit dem Satz: “With a dollop of the right attitude, this country will change your life.” Hoffentlich liest den auch der ein oder andere Kollege, wenn er von seinem Ausflug aus Disney-Afrika zurückgekehrt ist.

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5 Kommentare zu 'Tag elf: Kamerun – Japan, 90. Minute'

  1. Gabriele sagte am 15. Juni 2010 um 10:26 Uhr:

    Schöner Kontrast, das Nichts am Kap der Guten Hoffnung und der Fußball-Kommentator. Ich beneide Euch, lieber Kai und lieber Christian, um Eure Eindrücke. Bin eine treue Leserin Eurer Reise von Beginn an und freue mich, dass Ihr uns Zurückgebliebene, Alltägliche teilhaben lasst an Eurem ehrlichen, individuellen, witzigen und nachdenklichen Wintermärchen.

  2. Klaus Schächtele sagte am 15. Juni 2010 um 10:54 Uhr:

    hallo kai
    viel spaß noch in afrika

  3. stefan sagte am 15. Juni 2010 um 13:29 Uhr:

    .. und wenn die Stille nicht mehr schreit, sondern milde lächelt, hat man das Kap erreicht … Rock´n´Roll ihr beide!

  4. Armin Schnoerr sagte am 15. Juni 2010 um 15:28 Uhr:

    Also dass mit den Baströckchen weckt ja Assoziationen…
    Ich denke gerade darüber nach welchem Nationalteam anstelle dieser schlapprigen Turnhosen so ein sexy outfit gut stehen würde?? Über ein Endspiel der Kolonialisten England vs.Niederlande könnte ich mich so gesehen köstlich amüsieren.
    Liebe Grüsse aus Berlin

  5. [...] Radiokonferenz, es spricht der uns bereits bekannte Kommentator, dem wir ja bereits den Ehrentitel „Edi Finger Südafrikas“ zuerkannt haben und von dem wir inzwischen immerhin wissen, dass er Brian [...]

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