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Tag 13: Zu Besuch bei Sabelo Maku

16. Juni 2010

Als wir Menschen in Kapstadt erzählten, wo wir uns das zweite Gruppenspiel der Südafrikaner ansehen würden, sah uns die Mehrheit an, als hätten wir vor, ohne Fallschirm vom Tafelberg zu springen. Wir waren verabredet mit Sabelu Maku. Er arbeitet als Tourguide für Andulela, eine Agentur, die unter anderem Touren in die Townships organisiert. Maku lebt in Delft, einem Kapstädter Township, von dem man sich in den wohlhabenderen Stadtteilen erzählt, dass die Menschen nach Einbruch der Dunkelheit ihre Türen von innen absperren. Wäre das tatsächlich so gewesen, hätte Maku das Fleisch, das er extra für uns auf den Grill vor seinem Haus geworfen hatte (der in Südafrika nicht Grill, sondern Braai heißt), leider verbrennen lassen müssen.

Maku lud uns spontan zu sich nach Hause ein, als wir ihn fragten, ob er Lust habe, sich das Spiel Südafrika gegen Uruguay gemeinsam mit uns anzusehen. Und so verbrachten wir diesen Abend mitten im Township mit etwa 15 Delftern , die in den Abend voller Hoffnung starteten und am Ende Tränen in den Augen hatten. Auch der Hausherr konnte seine Enttäuschung nicht verbergen.

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“Ich heiße Sabelo Maku, ich arbeite als Tourguide für „Andelula Experience“, einen Tourenveranstalter in Kapstadt. Ich lebe in Delft, das liegt direkt hinter dem Flughafen und ist ein Post-Apartheids-Township, in dem sich die Rassen inzwischen ein bisschen mehr vermischt haben. Hier leben 60 Prozent Coloureds und 40 Prozent Schwarze. Ich bin sehr enttäuscht über den Ausgang des Südafrika-Spiels. Wir hatten so große Hoffnungen darin gesetzt, deshalb ist das jetzt einfach traurig. Aber der Erfolg dieser Weltmeisterschaft hängt für uns nicht von diesem Spiel ab. Viel wichtiger ist, was die Welt von Südafrika wahrnimmt. Diese WM ist dafür da, dass die Menschen sehen, was in Südafrika tatsächlich passiert.”

Trotz des deprimierenden Spielausgangs haben wir mit Sabelo Maku und seinen Freunden einen sehr schönen Abend erlebt. Und wir haben uns zu keiner Sekunde unsicher gefühlt. Das aber lag daran, dass wir bei Leuten eingeladen waren, denen wir vertrauen konnten. Einer von Sabelus Freunden sagte zu uns: “Ihr müsstet jetzt nur hier diese Straße runterlaufen und könntet sicher sein, hinter der nächsten Straßenecke überfallen zu werden. Die Leute würden sich denken: Die Typen gehören nicht hierher. Also können wir sie auch ausrauben.” Eine Ton-Bild-Reportage über unsere Nacht in Delft werden wir hier auf dieser Seite präsentieren, sobald sie fertig ist.

Das wird auch deshalb etwas länger als gewohnt dauern, weil wir uns nun auf den Weg machen nach Port Elizabeth. Unsere Zeit in Kapstadt ist zu Ende, wir brechen auf zur nächsten Station unserer Reise, wo wir uns am Freitag um halbzwei Deutschland gegen Serbien ansehen werden. Vielleicht erkennt uns ja der ein oder andere im Fernsehen – wahrscheinlich sogar im T-Shirt. Die aktuelle Wetterprognose für Freitag: Sonne bei 21 Grad. Na dann: nichts wie los.

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Ein Kommentar zu 'Tag 13: Zu Besuch bei Sabelo Maku'

  1. Axel sagte am 17. Juni 2010 um 19:09 Uhr:

    Hi Ihr zwei,
    da wär ich gerne dabei gewesen! Beim Grillen in einem Township in Kapstadt, kann man sich in Deutschland gar nicht vorstellen. Übrigens, neben Sabelo Maku sitzt eine Frau in einem gelben Polo-Shirt mit der südafrikanischen Fahne auf der Brust. Größe L sollte reichen. Ich drück auch nochmal auf den Knopf!
    Und jetzt das wichtigste, möge das Spiel für Euch bei diesen Temperaturen den gleichen Spassfaktor bereit halten, wie für Kai vor 4 Jahren in München beim Spiel Deutschland – Schweden! Das war seinerzeit wohl sensationell, gelle?
    Wie gesagt, Neid und Anerkennung aus Friedberg!
    Axel

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