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Tag 33: “Ja, es ist ein Wintermärchen”

7. Juli 2010

Als es Muriel Mahlangu nicht mehr ausgehalten hat, hat sie ihre Sachen gepackt und ist nach Hause geflogen. Muriel ist Anwältin, sie lebte einige Jahre in Dublin, um dort für die EU zu arbeiten. Nach Johannesburg ist sie zurückgekehrt, weil sie, wie sie sagt, etwas an ihr Land zurückgeben wolle, das ihr so viel ermöglicht hat.

Während ihrer Auslandsjahre hat sie ihren Blick dafür geschärft, was es ist, das Südafrika von anderen Ländern unterscheidet. Jetzt, da diese Weltmeisterschaft bald vorüber ist, haben wir sie deshalb gefragt, was nach ihrer Meinung bleiben wird, wenn wir alle längst wieder zuhause sind.

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„Ich glaube, die Leute werden sehen, dass es viel Gutes gibt, in Südafrika wie auf dem ganzen Kontinent. In der westlichen Welt gibt es einige Vorurteile über Afrika. Aber es ist dort eine materielle Welt, die alles umgibt. Und das fängt in einem selbst an. Man kann natürlich in der materiellen Welt ankommen, aber wer nicht bei sich selbst ankommt, hat nichts. Und ich denke, wir haben diese Fähigkeit, bei sich selbst anzukommen. Ich habe lange im Ausland gelebt. Und dort mangelt es vielen an dieser Fähigkeit.“

Erlebt Südafrika in den vier Wochen dieser WM ein Wintermärchen (die Frage, ob das der Deutschen noch ein bisschen weitergeht, war bei Redaktionsschluss dieses Beitrags noch nicht beantwortet)? Dies ist Muriels Antwort:

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„Ja, es gibt ein Wintermärchen, und das liegt daran, dass sich hier die Kulturen gemischt haben. Diese WM war eine, die die ganze Welt miteinander verbunden hat. Es gab keine Deutschen, keine Holländer oder wen auch immer – es war eine große Gemeinschaft. Und dass Südafrika dies als erstes Land auf diesem Kontinent erlebt hat, war wirklich wunderbar. Unerwartet. Hochwillkommen. Und die Leute, die hier waren – daran habe ich keinen Zweifel –, waren froh, dass sie gekommen sind. Sie bereuen es nicht. Es war eine Gelegenheit für all die Menschen in Afrika, die so lange außen vor waren. Und sie haben es gut hinbekommen. Das ist ein Märchen – ein Wintermärchen.“

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3 Kommentare zu 'Tag 33: “Ja, es ist ein Wintermärchen”'

  1. Ali sagte am 8. Juli 2010 um 01:22 Uhr:

    Erlebt Südafrika in den vier Wochen dieser WM ein Wintermärchen (die Frage, ob das der Deutschen noch ein bisschen weitergeht, war bei Redaktionsschluss dieses Beitrags noch nicht beantwortet)?

    Hach, nu wissmers ja… oO

  2. Andrea sagte am 8. Juli 2010 um 09:07 Uhr:

    Für Menschen wie Muriel Mahlangu mag diese WM wirklich ein Wintermärchen sein. Sie hat eine gute Ausbildung, ist “weltläufig” und konnte offensichtlich ihre Chancen nutzen und etwas daraus machen.
    Was ist mit den Menschen in den Townships, die eben keine Chance haben und vielleicht gerade mal einen Job als Hausmädchen oder Gärtner haben – und oft nicht mal diesen? Ich glaube, diese Leute haben andere Sorgen als Fußball – auch wenn Fußball vielleicht ein paar Stunden in der Woche auf einem staubigen Platz irgendwo zumindest ein wenig Abwechslung und Freude bietet. Dort haben sich sicher keine “Kulturen gemischt”.

  3. kaischaechtele sagte am 8. Juli 2010 um 11:23 Uhr:

    @ Andrea: Du hast recht, Muriel hat Privilegien genossen, die anderen vorenthalten blieben, allen voran eine fundierte Ausbildung. Die hat sie ihren Eltern zu verdanken, die wir hier noch in einer eigenen Ton-Bild-Reportage vorstellen werden. Wir haben aber auch Leute getroffen, die solche Privilegien nicht genießen konnten, diese WM aber trotzdem als großen Gewinn für ihr Leben begriffen haben. So wie Zola Williams oder Sabelu Maku .

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