background

16. September 2010

Kommentare deaktiviert

“Die WM – ein Wintermärchen!” from Frey&Schaechtele on Vimeo

Damit ging es los: „So, Leute, wir haben in den vergangenen Monaten nun wirklich oft genug gehört, dass der Journalismus an seinem Ende angelangt sei, dass niemand mehr Lust habe, Geschichten zu erzählen, und niemand mehr, sich die Geschichten, die trotzdem noch erzählt werden, anzusehen bzw. anzuhören. Wir werden das Land deshalb verlassen. Um uns auf die Suche zu machen nach den Geschichten, die es wert sind, erzählt und erlebt zu werden. Wir werden uns auf den Weg machen nach Südafrika, um Antworten auf die Frage zu suchen: Erlebt dieses Land in den vor uns liegenden Wochen sein Wintermärchen?“

Das war am 22. Mai, knapp zwei Wochen vor unserem Abflug nach Kapstadt und drei Wochen vor Beginn der ersten WM auf afrikanischem Boden. Wir hatten keine Vorstellung davon, was uns in den eineinhalb Monaten erwarten würde, die vor uns lagen. Unser Plan war, ausgerüstet mit drei Kameras, einem Mikrophon, zwei Computern und der Verbindung zum Internet, wo immer wir sie aufbauen würden können, unsere Reise Tag für Tag zu dokumentieren. Wir wollten zeigen, was die WM aus diesem Land machen und wie die Südafrikaner es empfinden würden, dass zumindest für vier WM-Wochen die ganze Welt auf sie blickt. Herausgekommen sind dabei viele, viele Texte, noch mehr Fotos und einige Ton-Bild-Reportagen. Die berührendsten und interessantesten Szenen daraus haben wir in einem etwa sechsminütigen Film zusammengefasst. Dieser Film ist gewissermaßen unsere Antwort auf die Frage, ob Südafrika sein Wintermärchen erlebt hat im Juni 2010.

Wir finden: Ja, hat es.

Und wer die Filme nun jeweils in ganzer Länge sehen möchte, bitteschön:

Tag 35: “Darling, lass uns nach einem Haus schauen”

Tag 27: “Das Herz von Durban”

Tag 19: “Facebook sei Dank – ein Ausflug zur WM”

Tag 17: “Ich bin zufrieden”

Tag acht: “Weihnachten im Quadrat”

Tag fünf: “Ich möchte heulen”

Digg This
Reddit This
Stumble Now!
Buzz This
Vote on DZone
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Kick It on DotNetKicks.com
Shout it
Share on LinkedIn
Bookmark this on Technorati
Post on Twitter
Google Buzz (aka. Google Reader)

¬ geschrieben von admin in Allgemein, Slideshows

9. Juli 2010

4 Kommentare

Im Leben von Gladys, 66, und Sylvester Mahlangu, 77, spiegelt sich die ganze Geschichte Südafrikas seit den vierziger Jahren. Sie stammen aus Johannesburg und wurden groß in einem Land, das ihnen die Bildung versagen wollte, die die Kinder der Weißen genießen durften. Sie hatten das Glück, trotzdem eine fundierte Ausbildung absolvieren zu können und ihren Platz im Apartheids-Südafrika zu finden. Später arbeiteten sie leidenschaftlich dafür, ihr Wissen an die nachkommenden Generationen weitergeben zu können. Und als Nelson Mandela 1990 aus dem Gefängnis von Robben Island entlassen wurde, aßen sie gemeinsam mit ihm zu Abend.

Über ihre Verbindung zu Mandela, dessen Johannesburger Anwaltsbüro Gladys in den Sechzigern noch mit Kuhdung geputzt hatte, sprechen sie nicht gern. Über ihr Leben dafür umso lieber: in einer neuen Ausgabe unserer Ton-Bild-Reportagen aus Südafrika.

“Darling, lass uns nach einem Haus schauen” from Frey&Schaechtele on Vimeo

Digg This
Reddit This
Stumble Now!
Buzz This
Vote on DZone
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Kick It on DotNetKicks.com
Shout it
Share on LinkedIn
Bookmark this on Technorati
Post on Twitter
Google Buzz (aka. Google Reader)

¬ geschrieben von admin in Allgemein, Slideshows

1. Juli 2010

9 Kommentare

Und heute: Abfahrt. Wir verlassen Durban und machen uns auf den Weg nach Johannesburg. Vorher wollen wir aber noch die neue Folge unserer Ton-Bild-Reportagen über das Herz von Durban präsentieren. Elda und Edison, die beiden Maleria-Forscher, hatten versprochen, uns den Ort zu zeigen, der uns spüren lässt, dass Durban die erste afrikanische Stadt unserer Reise ist. Die überwiegende Mehrheit der Menschen hier gehört zur Volksgruppe der Zulu, und damit unterscheidet sich Durban etwa von Kapstadt sehr stark, das in seiner Bevölkerungszusammensetzung eher europäisch daherkommt. Daneben gibt es auch eine große indische Gemeinde, was man allein merkt, wenn man das Radio anmacht. Auf Lotus FM war dies am vergangenen Samstag die Nummer eins der “Bollywood-Billboards”:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Jetzt aber zu unserer Reise ins Herz von Durban. Wenn man es genau nimmt, war es eher ein Kurztripp. Wir waren dort nicht überall willkommen, so dass wir die neue Folge unserer Ton-Bild-Reportagen unter erschwerten Bedingungen produzieren mussten. Nicht etwa, weil wir mit Kamera und Mikrofon wie Touristen aussahen. Sondern vielmehr, weil sich dort bislang so wenige echte Touristen haben blicken lassen. Doch: Seht selbst.

“Das Herz von Durban” from Frey&Schaechtele on Vimeo

Digg This
Reddit This
Stumble Now!
Buzz This
Vote on DZone
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Kick It on DotNetKicks.com
Shout it
Share on LinkedIn
Bookmark this on Technorati
Post on Twitter
Google Buzz (aka. Google Reader)

¬ geschrieben von kaischaechtele in Allgemein, Slideshows

22. Juni 2010

4 Kommentare

Anlässlich des ersten K.O.-Spiels der Deutschen am Mittwoch abend nochmal ein sentimentaler Rückblick auf das Spiel am Freitag gegen Serbien, das unter anderem etwa 40 Kinder aus dem Township Walmer in Port Elizabeth besuchten. Der Besuch ging zurück auf eine spontane Idee der Mitarbeiter des Vereins Masifunde: Wenn die WM schon so weit weg von Deutschland stattfindet, dann können die Deutschen doch Kindern in Walmer die Tickets spendieren. Also schrieben die Mitarbeiter von Masifunde ihre Freunde und Familien an – innerhalb von zehn Stunden hatten sie 190 Tickets beisammen, unter anderem für das Spiel Deutschland gegen Serbien. Es konnte ja keiner ahnen, dass ausgerechnet in dieser Partie alles schief ging, was schiefgehen konnte. Wie die Kinder diesen Besuch erlebten, ist einer neuen Folge unserer Ton-Bild-Reportagen zu sehen (die bislang erschienenen sind unter anderem hier, hier und hier zu sehen):

“Facebook sei Dank” from Frey&Schaechtele on Vimeo

Digg This
Reddit This
Stumble Now!
Buzz This
Vote on DZone
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Kick It on DotNetKicks.com
Shout it
Share on LinkedIn
Bookmark this on Technorati
Post on Twitter
Google Buzz (aka. Google Reader)

¬ geschrieben von admin in Allgemein, Slideshows

20. Juni 2010

8 Kommentare

Zola Williams wohnt in Delft, einem Township, das als eines der gefährlichsten ganz Kapstadts gilt. Für ihn selbst ist das Viertel dagegen das geworden, was er sich immer schon gewünscht hat: eine Heimat. Dass jetzt die Weltmeisterschaft in sein Land gekommen ist, ist für Williams die Erfüllung dessen, wofür Nelson Mandela sein Leben lang gekämpft hat – ganz unabhängig vom Abschneiden der südafrikanischen Nationalmannschaft.

“Ich bin zufrieden” from Frey&Schaechtele on Vimeo

Wir machen uns in der Zwischenzeit wieder auf den Weg. Nächste Station: Berlin. In Deutschland ein großes Nest im Nordosten, in Südafrika ein kleines im Südosten.

PS: Vielen Dank an die Mitarbeiter von Andulela, die uns den Kontakt zu den Bewohnern von Delft vermittelt haben.

Digg This
Reddit This
Stumble Now!
Buzz This
Vote on DZone
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Kick It on DotNetKicks.com
Shout it
Share on LinkedIn
Bookmark this on Technorati
Post on Twitter
Google Buzz (aka. Google Reader)

¬ geschrieben von admin in Allgemein, Slideshows

16. Juni 2010

Kommentare deaktiviert

Obwohl Ukeme Umana aus Nigeria stammt, ist er für die Menschen in Afrika keiner mehr von ihnen. Denn er ging als Jugendlicher nach Amerika, um dort die Schule zu besuchen. Und er blieb. Heute lebt er mit seiner Frau und den drei Söhnen in Illinois und ist im amerikanischen Mittelstand angekommen. Sein Slang klingt mehr nach Washington als nach Lagos, die Söhne haben die Highschool besucht und allesamt einen ordentlichen Abschluss hingelegt. Zum Dank hat er ihnen einen Trip zur Weltmeisterschaft nach Südafrika geschenkt. Und so reisen die Umanas seit einer Woche durchs Land. Sie starteten in Durban und waren beim 4:0-Sieg der Deutschen über Australien im Stadion, jetzt sind sie in Kapstadt gelandet. Noch bis Ende Juni sind sie die WM-Touristen, auf die Südafrika seit der Vergabe dieser WM vor sechs Jahren so sehr gehofft hatte und von denen jetzt weit weniger im Land sind, als die Fifa in Aussicht gestellt hatte.

Aus der Perspektive europäischer Medien müsste man allerdings sagen: Noch mindestens zwei Wochen lang schweben die Umanas in akuter Lebensgefahr, sobald sie nur den Fuß vor die Hoteltür setzen. Südafrika gilt als so gefährlich, dass für viele Beobachter aus dem Ausland ein Überfall während der WM wahrscheinlicher ist als der WM-Gewinn der Brasilianer. Das Problem solcher Beobachter ist allerdings oft: Sie beobachten aus dem Ausland, wahrscheinlich aus Angst, dass genau das passieren könnte, wovor sie gewarnt haben, wenn sie nur selbst hierher kämen.

Die Umana haben sich trotzdem getraut und in den vergangenen Tagen einen gänzlich anderen Eindruck von Südafrika gewonnen, erzählt der Vater.

Ukeme Umamas Sicht der Dinge from Frey&Schaechtele on Vimeo.

Wer Weltmeister wird? Mit seiner Antwort beweist Ukeme Umana nicht nur, dass er inzwischen auch fußballerisch in Amerika verwurzelt ist. Sondern auch, dass bei ihm Begeisterung über Sachverstand geht: „natürlich die USA“.

Update: Bald haben wir die 1000er-Grenze erreicht. Der aktuelle Stand unseres Unterstützerkontos: 682,87 Euro. Dafür mal wieder eine ordentliche Vuvuzela-Fanfare. Vielen Dank.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Digg This
Reddit This
Stumble Now!
Buzz This
Vote on DZone
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Kick It on DotNetKicks.com
Shout it
Share on LinkedIn
Bookmark this on Technorati
Post on Twitter
Google Buzz (aka. Google Reader)

¬ geschrieben von admin in Allgemein, Slideshows

15. Juni 2010

5 Kommentare

Gerade in Zeiten großer Aufregung tut es not, sich ab und an zurückzuziehen. Luft zu holen. Die Stille zu genießen. Und sich auf die Suche zu machen nach etwas, was einem wieder Hoffnung gibt. Mit anderen Worten: Wir waren heute am Kap der guten Hoffnung. Auf die WM wollten wir aber trotzdem nicht verzichten. Also haben wir das Spiel Kamerun gegen Japan auf SA fm verfolgt und das Aufnahmegerät mitlaufen lassen. Im Laufe der Reportage entwickelte sich der Kommentator immer mehr zum Edi Finger Südafrikas. Wir finden, er hat es deshalb verdient, in einer Hommage verewigt zu werden.

Kamerun – Japan, 90. Minute from Frey&Schaechtele on Vimeo.

Nach etwas einer Woche sind wir jetzt einigermaßen angekommen in diesem Land. Nur noch selten versucht der Mann am Steuer, den Wagen auf die rechte Fahrbahnseite zu steuern, wir haben erfolglos versucht, das Wort “Xhosa” so auszusprechen, das die Zunge beim X schnalzt. Doch unser Eindruck von diesem Land unterscheidet sich mitunter so sehr von dem Bild, das die deutschen Medien von hier aus nach Deutschland senden, dass man meinen könnte, es fänden zwei WMs statt – die eine hier und die andere in einem Disney-Afrika. Gestern zum Beispiel hatten wir das Vergnügen, das Auftaktspiel der Deutschen im Deutschen Club zu sehen, der sich eher als Skatclub eignet denn als Fußballkneipe. So kamen wir in den Genuss der Vorberichterstattung des ZDF. Die Reportage kurz vor Spielbeginn über den Besuch im Open Air-Museum, mit Baströckchen und Eingeborenen-Tänzen, steht für das, was in Südafrika tatsächlich passiert, so sehr wie ein Bericht über das Kaltenberger Ritterturnier für das Bild von Deutschland. Und deshalb empfehlen wir zum Ausgleich sehr die Lektüre des Offenen Briefes, den der südafrikanische Sportmoderator Peter Davies an seine Kollegen aus dem Ausland geschrieben hat. Er endet mit dem Satz: “With a dollop of the right attitude, this country will change your life.” Hoffentlich liest den auch der ein oder andere Kollege, wenn er von seinem Ausflug aus Disney-Afrika zurückgekehrt ist.

Digg This
Reddit This
Stumble Now!
Buzz This
Vote on DZone
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Kick It on DotNetKicks.com
Shout it
Share on LinkedIn
Bookmark this on Technorati
Post on Twitter
Google Buzz (aka. Google Reader)

¬ geschrieben von admin in Allgemein, Slideshows

14. Juni 2010

5 Kommentare

Wir haben uns unter anderem auf den Weg nach Südafrika gemacht, um herauszufinden, was die WM aus diesem Land macht. Eine Antwort können wir jetzt schon geben: Sie macht es ärmer. Genauer gesagt: noch ärmer. Die Kosten für die Modernisierungsarbeiten am Soccer City-Stadion in Johannesburg zum Beispiel, in dem Südafrika am Freitag einen so mitreißenden Start in dieses Turnier hingelegt hat, waren ursprünglich angesetzt auf 220 Millionen Rand, das sind umgerechnet über 23,5 Millionen Euro. Für ein Land, in dem Millionen von Menschen in Hütten leben, die wie aufeinander geworfene Schuhschachteln aussehen, ist das eigentlich ohnehin schon eine kaum zu verantwortende Investition. Wie viele Häuser könnte man von diesem Geld bauen, wie viele Wasserleitungen verlegen und wie viele Toiletten installieren. Gut, könnte man sagen, das ist eben der Preis, den ein Land zu bezahlen hat, wenn es eine WM ausrichten möchte. Doch im Falle des Soccer City-Stadions war der Preis noch viel höher: Die Kosten beliefen sich am Ende auf unvorstellbare 3,3 Billionen Rand. Es war das Verdienst der Wochenzeitung Mail & Guardian, solche Fakten ans Licht zu bringen. Das Budget ist um mehr als Zehnfache überzogen worden. Für ein Stadion, das nun vier Wochen lang strahlt – und danach kaum noch gebraucht wird. Die südafrikanische Fußballliga ist in ihrem Zuschauerzuspruch in etwa mit der österreichischen vergleichbar: Wer braucht da noch ein Stadion mit einer Kapazität von 94 700 Zuschauern?

Nicht die Fifa wird am Ende die Zeche dafür zahlen, nicht die nationalen Verbände, die ihre Mannschaften hierher entsandt haben, und nicht die Werbepartner. Es sind die Südafrikaner, deren Steuern in prunkvolle Fußballtempel geflossen sind, die nach der WM wie Mahnmale der Zügellosigkeit zurückbleiben werden. Wir haben in den vergangenen Tagen mit vielen Südafrikanern gesprochen, die für dieses Turnier keinen Funken Begeisterung aufbringen können. Nicht, weil sie sich nicht für Fußball interessieren würden, sondern, weil sie so verbittert sind über die Ungerechtigkeit, die mit der Ausrichtung dieser WM einhergeht. „Nein, ich interessiere mich kein bisschen für dieses Turnier“, sagte zum Beispiel William, der uns heute nach dem Besuch in der Moschee auf einen Kaffee besucht hat (er ist der Schwager von Neil). „Und ich will kein einziges Spiel sehen. Hier leben die Menschen auf engstem Raum, die nicht wissen, was sie abends essen sollen. Und die Regierung hat unser Geld zum Fenster rausgeworfen, um neue Stadien zu bauen, die danach niemand mehr brauchen wird.“ Der Stolz der Südafrikaner darauf, dass die ganze Welt nun auf sie blickt, auf der einen Seite und die Verbitterung darüber, zu welch hohem Preis sie sich diese Aufmerksamkeit erkauft haben, auf der anderen: Dies sind die Pole, zwischen denen sich diese Weltmeisterschaft abspielt.

Und dann fährt man nachmittags ins Township Mfuleni, etwa 30 Kilometer vom Zentrum Kapstadts entfernt, und sieht, was der Fußball trotz allem bewirken kann. Wir haben ein Turnier besucht, das auf dem Gelände des Powerchild-Campus stattfand, mitten im Township mit der zweithöchsten Mordrate Kapstadts. Der Campus wird betrieben vom Münchner Verein Power-Child, und es war der Bayerische Fußballverband, der das Turnier für Kinder aus dem Township ausrichtete und zum Schluss weiß-blaue Wimpel mit dem Verbandslogo verteilen ließ. Die Kinder aus Mfuleni sollen schließlich wissen, dass der Fußballgott eigentlich ein Bayer ist.

Der Campus und seine nebenan liegenden Fußballplätze sind inzwischen zu einem festen Bestandteil der Gemeinde geworden. Hier werden Kinder betreut, die Opfer sexueller Gewalt geworden sind. Sie lernen die Grundregeln von Hygiene kennen und können auch hier schlafen, wenn es notwendig ist. Über ein Jahr musste Astrid Gräfin Schimmelpenninck, die Leiterin des Campus, darum kämpfen, von der Gemeinde akzeptiert zu werden. Der Fußballplatz hat ihr dabei geholfen. Erstens, weil die Kinder allein deshalb gern dorthin kommen, um zu kicken, und den pädagogischen Stoff gewissermaßen in der Halbzeitpause mit auf den Weg bekommen. Und zweitens, weil inzwischen sogar die Fußballmannschaft der örtlichen Polizeieinheit dort trainiert. Als die Menschen in Mfuleni das sahen, wussten sie, dass sie ihre Kinder ruhigen Gewissens zu Schimmelpenninck und ihren Mitarbeiterinnen schicken können.

Und weil wir nicht nur nach Südafrika gekommen sind, um den Vorhang zu lüften, sondern auch, um etwas zu lernen, haben wir zum Schluss unseres Besuchs in Mfuleni Pumsa Fanape gebeten, uns eine kleine Sprachlektion zu erteilen: in Xhosa, der weit verbreitetsten Sprache unter der schwarzen Bevölkerung. Bitte gut aufpassen und repetieren, nach unserer Rückkehr wird abgefragt.

Eine Sprachlektion mit Pumsa Fanape from Frey&Schaechtele on Vimeo.

Digg This
Reddit This
Stumble Now!
Buzz This
Vote on DZone
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Kick It on DotNetKicks.com
Shout it
Share on LinkedIn
Bookmark this on Technorati
Post on Twitter
Google Buzz (aka. Google Reader)

¬ geschrieben von kaischaechtele in Allgemein, Slideshows

12. Juni 2010

6 Kommentare

¬ geschrieben von kaischaechtele in Allgemein, Slideshows

11. Juni 2010

4 Kommentare

Kapstadt am Abend vor dem WM-Beginn kommt einem vor wie der Gastgeber einer Party, der noch bis zur letzten Sekunde Vorbereitungen trifft und mit nassen Haaren die ersten Gäste begrüßt. Während sich auf dem Fanfest schon die Menschenmassen zusammenschoben – am Nachmittag waren die Tore wegen Überfüllung sogar geschlossen worden, waren noch immer Bauarbeiter damit beschäftigt, die letzten Löcher auf den Gehwegen zu schließen. Wahrscheinlich werden sie bis zur letzten Sekunde vor dem Anpfiff des Eröffnungsspiels weiterarbeiten, und wahrscheinlich wird dann alles fertig sein.

Denn auch das ist Südafrika: Es mag hier nicht so geordnet zugehen wie in Europa, vieles klappt erst auf den letzten Drücker, was auch daran liegt, dass sich die Menschen gerade in Kapstadt oft denken: Och, es ist doch noch genug Zeit, der Tafelberg ist auch nicht an einem Tag erbaut worden… Doch am Schluss kriegen es die Leute immer irgendwie hin. Es ist dieses Grundvertrauen darin, dass am Ende schon alles klappen wird, das dieses Land so besonders macht und auch die jetzt beginnende WM prägen wird. Und mal ehrlich: Die Partys, bei denen nicht alles nach Plan läuft, sind doch ohnehin die besten. Man muss sich nur mal den Coon Carnival ansehen, der ausnahmsweise gestern abend durch Kapstadt zog. Normalerweise findet der zwar immer zu Jahresbeginn statt – aber in gewisser Weise ist morgen ja auch Neujahr.

Jetzt geht die WM also endlich los. Und im Fernsehen, im Radio, auf den Straßen gibt es kein anderes Thema mehr. Sechs Jahre lang hat Südafrika auf dieses Ereignis gewartet, und plötzlich sind es nur noch ein paar Stunden, bis die erste Fußball-Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden angepfiffen wird. Chris, der Sambianer aus unserer ersten Ton-Bild-Reportage, sagte: „Irgendwann ist es immer das erste Mal. Es gab eine erste WM in Europa, es gab eine erste WM in Südamerika – und jetzt gibt es die erste WM in Afrika.“ Was das für die Menschen hier bedeutet, ist für uns Europäer kaum vorstellbar. Auch dieses Turnier wird die Probleme dieses Landes nicht lösen können. Aber schon jetzt erzählen sich die Menschen davon, dass die Stimmung dieselbe sei wie während der Rugby-WM vor 15 Jahren. Es ist, als würde sich in den kommenden Wochen ein zart flirrender Regenbogen über das ganze Land spannen.

Und so stehen in der Nacht vor dem Eröffnungsspiel noch die Antworten auf zwei Fragen aus. Die erste lautet: Wird sich der inzwischen 91-jährige Nelson Mandela das Spiel Südafrika gegen Mexiko live im Stadion ansehen? Sein Enkel Nkosi Zwelivelile Mandela gab die Antwort heute im Radio:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Er kann sich in seinem Zustand nicht 90 Minuten ins Stadion setzen. Es ist schließlich Winter, wir müssen darauf Rücksicht nehmen. Denn als Südafrikaner wünschen wir ihm, dass er noch viele Jahre weiterleben wird.

Und die zweite: Wie viele Vuvuzelas haben wir allein heute gesehen gehört gespürt? Der aktuelle Stand des Vuvu-Zählers, der von nun an immer mitläuft: 5728 (5725 davon nicht im Bild).

Digg This
Reddit This
Stumble Now!
Buzz This
Vote on DZone
Share on Facebook
Bookmark this on Delicious
Kick It on DotNetKicks.com
Shout it
Share on LinkedIn
Bookmark this on Technorati
Post on Twitter
Google Buzz (aka. Google Reader)

¬ geschrieben von kaischaechtele in Allgemein, Slideshows

Theme based on BenediktRB • Powered by Wordpress • Abonniere den RSS FeedImpressum